Veitsdom in PragViel Kultur, interessante Gebäude, gutes Essen und obendrein günstig. Prag lohnt auf jeden Fall eine Städtereise. Ein burgeoiser Charme, Historie und Geschichten treffen auf eine moderne Stadtkultur mit vielen Experimenten und neuen Ideen. Neuzeit, Jugenstil, Historismus existieren neben schönen Jazzkneipen, Designern oder einer Internetagentur. Genau wie in Budapest spürt man überall den Glanz der österreichischen K&K Monarchie, gepaart mit modernem Lebensgefühl.

Sehenswürdigkeiten

Vorweg: Lassen Sie einfach das Auto am Hotel stehen. Der öffentliche Nahverkehr mit Straßenbahn, U-Bahn und Bussen ist im Zentrum sehr gut ausgebaut und obendrein extrem günstig. Im direkten Zentrum kann man zudem vieles fußläufig erreichen – ohne Parkplatzsorgen. Ein 3-Tagesticket liegt bei gerade einmal umgerechnet 12 EUR.

Astronomische Uhr in PragDie Prager Altstadt ist quirlig. Es wimmelt von Touristen und Einheimischen – obwohl in der Altstadt selbst gerade einmal 20.000 der 1,25 Mio Einwohner leben. Neben den spätmittelalterlichen Gebäuden und österreichischer K&K Architektur, finden sich in den Seitenstraßen und auf Plätzen auch sehr viele Jugendstilbauten sowie Klassizismus. Dazu natürlich der Turm mit der astronomischen Uhr. Hier kann man sich einfach mal treiben lassen oder bequem bei einem Kaffee dem Weltgeschehen zusehen. Genügend Cafes und brauchbare, nicht allzu teure Restaurants sind jedenfalls vorhanden. Als Snack zwischendurch locken die Trdelnik, einfach mal probieren. Natürlich existieren fürs Shopping die üblichen Verdächtigen, bspw. vermeintliche Nobelmarken oder das unvermeidliche Benetton – bäh. Für viel interessanter halte ich die tschechischen Designer, die, oft in recht kleinen Läden, eher am Rand der Innenstadt liegen. Hier gibts sowohl handwerklich, wie optisch sehr schön gestaltete Kleidung – gerade für Damen.

Einen Besuch lohnt auf jeden Fall der Hradschin, der Burgberg von Prag. Die Ursprünge der Festung reichen 1.000 Jahre zurück. Hier liegt auch der Veitsdom, einige Regierungsinstitutionen und schnuckelige Gässchen. Die Burg ist der offizielle Amtssitz des Präsidenten. Bitte beachten: Ein Teil des Hradschin ist damit Sicherheitsbereich. Am besten, man holt sich für die Besichtigung bspw. der Schatzkammer des Doms, vom Rosenberger Palast, der Georgsbasilika, und den Südturm des Veitsdoms ein Kombiticket oder schließt sich einer der empfehlenswerten Führungen an. Dann gehts auch schneller durch die Sicherheitskontrollen. Im „Goldenen Gässchen“ sollen Alchimisten versucht haben, Gold zu mixen. Die Heiligkreuz Kapelle ist sehenswert. 3 Ehrenhöfe finden sich. Vom Hradschin aus hat man zudem einen sehr schönen Blick auf die Stadt. Noch besser ists natürlich von der Spitze des Veitsdoms. Für kleines Geld gibts dort den besten Überblick. Einfach von der Altstadt aus über die Karlsbrücke und dann munter Treppen steigen. Bis unten an den Hradschin fährt auch eine Straßenbahn.Jugenstil Prag

Prag Altstadt, RathausWas sollte man denn so in Prag sehen? Zwischenen Hradschin und Altstadt liegt, wie erwähnt, die Karlsbrücke mit historischem Flair – 500 Jahre alt. Flankiert werden die Seiten der Karlsbrücke durch Heiligenfiguren. Bei etwas Nebel, zum Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist das richtig romantisch. Auch hat man von hier einen guten Blick auf die Moldau, die durch das komplette Stadtgebiet fließt. Nachteil: die Brücke ist extrem beliebt. Selbst früh morgens oder ganz spät laufen reichlich Touristen herum, mit guten Fotos wird es schwierig. Direkt in der Nachbarschaft steht noch der Pulverturm.

Was hätten wir denn noch alles? Altstädter Brückenturm und Altstädter Rathaus, Petrin Aussichtsturm, Prager Burg – Bildergalerie, Nationalmuseum, Agneskloster, Skulpturengalerie Lapidarium, Haus zur steinernen Glocke, Synagoge und jüdisches Museum, Königsgarten, Loreto, Museum der Haupstadt Prag, Palais Sternberg, diverse Schlösser. Und natürlich Museen sowie Wirkungsstätten von Künstlern – Mucha, Smetana, Kafka, Dvorak……. und, und und.

Prag WenzelsplatzMal was Ausgefalleneres? Die Lucerna Passage liegt an der Stepanska Straße, also vom Wenzelsplatz runter, dritte Straße rechts. Erinnert mich irgendwie an die Galeries Royale St. Hubert in Brüssel: Charme der Jahrhundertwende bis so 1920, sehr schön gemacht.

Zum Bummeln gehts zum Bleší Trhy Flohmarkt, samstags und sonntags von 06:00 bis 14:00 auf einem alten Industriegelände, U Elektry, 190 00 Praha 9. Das Ding ist der größte Flohmarkt in der tschechischen Republik, hier kann man locker 3 oder 5 Stunden verbringen. Am besten früh hingehen, so ab 12:00 oder 13:00 packen viele schon zusammen. Mit der gelben Metro bis Hloubětín, dann einen Bus (Shuttle) nehmen.

Vysehrad wird total unterschätzt. Ein schöner alter Teil, beeindruckender Friedhof (Smetana, Mucha, Dvorak….) und obendrein tolle Gebäude. Am besten mit Google Maps orientieren.

Letna Park und Metronom. Beide liegen noch gerade fußläufig zur Innenstadt. Kurz von der Altstadt über die Tschech Brücke oder 30 Minuten vom Hradschin marschieren und schon hat man einen prima Blick auf Prag.

Blick auf Prag vom HradschinTipp: Prague Card

Eine sowohl preiswerte, wie extrem komfortable Sache ist die Prague Card. Zunächst einmal ist der ganze Nahverkehr (Bus, Straßenbahn, Metro/U-Bahn) und auch der Airport Express Bus enthalten. Dazu kommen noch eine ganze Menge Sehenswürdigkeiten und Museen. Angefangen vom Veitsdom oder dem Goldenen Gässchen auf dem Hradschin, über den alten Königspalast bis zum Altstädter Rathaus oder dem Schwarzenberg Palais – überall Eintritt frei. Besuchen Sie einfach den Link und suchen Sie sich Sehenswürdigkeiten aus. In einigen Restaurants, dem Biermuseum oder auch für die Tour zur Burg Karlstein gibts Rabatte. Die Prague Card ist für 2, 3 oder 4 Tage erhältlich, bei 3 Tagen für umgerechnet 70 EUR – absolut fair.

Restaurants

Restaurants und Imbisse sind in der ganzen Stadt in breiter Auswahl vorhanden, vom üblichen Asiaten bis zur Pizzeria. Die tschechisch-böhmische Küche hat aber auch Einiges zu bieten. Gut und oft erstaunlich preiswert finden sich alle möglichen Braten, Gulasch, Huhn und sehr leckeres Gebäck. Als Beilage sind meist Knödel serviert. Wobei Knödel schon fast Kunst sind, wenn sie herzhaft mit Kräutern und Speck oder süß mit Marmelade verfeinert gereicht werden. Die böhmische Küche arbeitet gerne mit Bier als Aromaträger. Passt sehr gut, denn ein nettes Pils oder anderes Bier zum Essen mundet. Apropos Pils. Das wurde „um die Ecke“ in Pilsen erfunden. Heute sind neben den größeren Brauereien sehr viele interessante Biere erhältlich, zunehmend auch Craft Biere. Man kann mit der riesigen Auswahl an Bieren durchaus ein komplettes Menü begleiten.

Vorsicht!

Allgemeine Warnungen: Bitte aufpassen, an den touristischen Schwerpunkten oder bei Gedränge werkeln rumänische Gastarbeiter mit Hang zur spontanen Eigentumsverlagerung – wie in vielen Großstädten. Vorsicht, wenn jemand ein vermeintlich supergünstiges I-Phone auf der Straße anbietet. Das ist meist überteuerter Chinaschrott im Apple Design. Bitte kein Geld auf der Straße umtauschen. Nur die richtigen Banken nutzen, sonst droht Betrug.

Denkmal auf dem Hradschin in PragUmtausch

Die tschechische Krone CZK liegt ca. bei 4 EUR für 100 Kronen. Überall in Prag gibt es genügend Geldautomaten, auch Kartenzahlung ist kein Problem. Bei den Kartengebühren gibts Unterschiede, je nach der Bank im Heimatland und deren Verträgen mit den tschechischen Banken. In den Filialen der Banken sind ca. 2% Umtauschgebühr fällig – dafür ist es sicher. Bei Wechselstuben muss man höllisch aufpassen. Einige bieten den gebührenfreien Umtausch an und schlagen insgeheim eine riesige Kommission auf, einige den gebührenfreien Umtausch ab einer Mindestsumme, andere verlangen Gebühren. Münzen sollte man immer ein paar dabei haben. Bitte niemals auf der Straße umtauschen. Dort bekommt man sehr gerne wertlose, weißrussische Rubel angedreht. Wer schnell und sicher Geld umtauschen möchte, sollte besser – kein Witz! – in einem guten Restaurant mit Euros bezahlen und sich das Wechselgeld in Kronen geben lassen. Das meine ich jetzt durchaus ernst, selbst McDonalds hat beim Kauf eines Hamburgers einen besseren Wechselkurs als viele Wechselstuben in der Innenstadt, im Flughafen, am Bahnhof. Da knöpfen Betrüger ahnungslosen Touristen bis zu 40 Prozent Gebühren ab!

Anreise

Der Václav-Havel-Flughafen liegt ungefähr 15-20 km außerhalb der Innenstadt, je nach Stadtteil. Regelmäßige, preiswerte Verbindungen zu vielen deutschen Flughäfen bestehen mit Eurowings oder Lufthansa und Czech Airlines (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München, Stuttgart), nach Österreich mit Austrian oder in die Schweiz mit Swiss. Man kommt mit Bussen, Shuttle-Service oder Taxi sehr gut bis ins Zentrum. Aber bitte aufpassen! Neben den guten und zuverlässigen Taxen von FIX TAXI und Taxi Praha treiben sich noch reichlich unseriöse Gestalten herum, die gerne schon im Flughafen Reisende ansprechen und dann über den Tisch ziehen. Auch bei innerstädtischen Fahrten droht massiver Betrug. Im Flughafen selbst sitzt noch der Shuttle-Service, welcher einen Fluggast für umgerechnet knappe 30 EUR zu beliebigen Zielen in der Innenstadt fährt. Mit dem Bus ist es am günstigsten, ein Ticket liegt bei unter 2 EUR.

Bahnfahrt Dresden PragMan kann auch sehr gut mit der Bahn über Dresden kommen. Hier gehts an der Elbe vorbei durch das Elbsandsteingebirge, eine sehr schöne Strecke. Die Fahrt dauert von Dresden Hauptbahnhof ca. 2:15 Std mit dem EC, vom Flughafen Dresden etwas über 3 Stunden mit Umsteigen. Weiterhin gibts Umsteigeverbindungen über Bad Schandau und Decin ab Dresden Hbf oder Dresden Neustadt, ca. 3:10 Std. Tipp: wer Sparen möchte, kann sich das Bahnticket online bei der CD , der tschechischen Bahn, holen. Das ist teilweise günstiger als bei der Deutschen Bahn.