Ein Gutteil der Hotelbuchungen passiert heute online. Logisch, denn hier gibt es einen hervorragenden Überblick und direkte Buchungsmöglichkeiten. Von einheitichen Preisen ist man jedoch weit entfernt. Die vielen verschiedenen Plattformen haben oft sehr unterschiedliche Preise und es gilt, einige Tricks zu beachten:

Aufpassen! Immer nur wirklich gleiche Angebote miteinander vergleichen. Mit oder ohne Frühstück sind gerne einmal 10 oder 15 Euro Unterschied. Auch können unterschiedliche Zimmer in den Angeboten aufgelistet sein.

Sondertarife heißen erst mal gar nichts! „Business-Tarif“, „Frühbucher-Vorteil“ und so weiter sind vollkommen beliebige Bezeichnungen für beliebig gestaltbare Angebote. Da kann durchaus einmal der „Business-Tarif“ teurer sein als eine normale Buchung bei der Konkurrenz. Oder der vermeintliche „Frühbucher“ wird über die ganze Saison gehalten – wobei andere Plattformen sowohl teurer wie auch billiger sein können. Das sind reine Werbeaussagen, wo sich jemand eine irgendwie geartete Kundensegmentierung gebastelt hat.

Belegungsquote. Sind Hotelzimmer begehrt und knapp, gehen die Preise nach oben. Ganz extrem ist dies bei großen Messen. Da kann schon einmal von gierigen Hotels der doppelte oder dreifache Normalpreis verlangt werden. Die Haupturlaubszeit ist ebenfalls oft sehr teuer. Wer nur eine Städtereise machen möchte, sollte Messen meiden wie die Pest.

Last Minute. Viele Hotels versuchen, über kurzfristig niedrigere Preise die Zimmer zu füllen. Wer starke Nerven und etwas Flexibilität hat – vorzugsweise Anreise mit dem Auto -, kann kurz vor Toresschluss oft sehr günstig buchen. Das gilt um so besser, wenn man nicht auf ein Hotel oder Ziel alleine fixiert ist. Nehmen wir beispielsweise Hotels an der Nordsee. Typisch sind an Wochenenden Gäste für einen kurzen Trip. Wer sich nicht auf ein Hotel oder einen Standort fest legt, kann Donnerstag nach Sonderangeboten suchen. Dabei bitte ebenfalls in der Nachbarstadt schauen, was die gerade so an Preisen anbieten.

Wochenende, in der Woche. In Städten mit einem hohen Anteil an Geschäftskunden haben viele Hotels am Wochenende eine schwächere Belegung und bieten Zimmer sehr günstig an. Umgekehrt sind Urlaubsziele an Wochenenden teilweise teurer als in der Woche. Wer hier „verkehrt herum“, also gegen den Besuchertrend bucht, kommt oft günstiger weg.

Pakete. Nimmt man einmal die gerade genannten Punkte zusammen, landet man automatisch bei Pauschalangeboten und Paketen. Das können etwa Wochenendaufenthalte, 3 Nächte bleiben und nur 2 zahlen oder auch Zusatzleistungen sein. Hier lohnt immer ein Blick auch auf die Webseiten der Hotels und Hotelketten. Gerade ein verlängertes Wochenende, vielleicht noch mit einem netten Dinner, findet sich nicht so oft in den Buchungsportalen. Aber sehr wohl unter den Angeboten der großen Ketten. Besonders bei Städtereisen oder Kurzurlauben außerhalb etwa der Schulferien.

Lage. Je weiter das Hotel vom Stadtkern, der Messe, einem Ausflugsziel oder einem Veranstaltungsort weg liegt, desto günstiger sind die Preise. Hier sollte man schon im Vorfeld Fahrkosten (Taxi, Nahverkehr) und die Fahrzeit mit einberechnen. Logischerweise sind auch Hotels direkt am Strand meist teurer.

Bewertung. 4-Sterne Hotel ist nicht gleich 4-Sterne Hotel. Die Bewertung von Hotels beschreibt nur die prinzipielle Ausstattung nach Kategorie und den prinzipiellen Service. Wie das in der Praxis aussieht, etwa bei Einrichtung, Kundenfreundlichkeit, Frühstücksqualität und Sauberkeit, steht auf einem anderen Blatt. Entsprechend haben auch Hotels gleicher Kategorie deutliche Preisunterschiede.

Hotelempfehlung. Das kann sowohl von den Kunden, wie von den Anbietern empfohlen werden. Immer daran denken, dass die Portale mit der Vermittlung eine Provision verdienen. Was also oben steht, muss nicht die beste Wahl oder das beste Preis- Leistungsverhältnis sein. Hier hilft auf jeden Fall eine manuelle Sortierung.


Merkwürdig ist die Preisgestaltung bei einigen Hotels selbst. Dort sind die Zimmer teilweise teurer aufgeführt als bei den Hotelbuchungen. Wer also auf der Homepage eines Hotels landet und dort höhere Preise als im Buchungsportal vorfindet, sollte zunächst die Zimmerkategorien und die Zusatzleistungen (Frühstück, Wellness…) vergleichen. Es gibt tatsächlich Hotels, die sind so dreist oder blöd, ihre Zimmer über Buchungsplattformen billiger anzubieten – obwohl sie dort noch eine Provision abgezogen bekommen.

Auch haben nicht alle Buchungsportale jedes Hotel aufgeführt. So manches Kleinod geht einem durch die Lappen, wenn man nur eine Suchmaschine bemüht.

Aktuell erweitern sich verschiedene Portale um Ferienhäuser und Appartments – ähnlich AirBnB. Bei Booking.com beispielsweise sind die Appartments schon jetzt sehr breit im regulären Angebot. Das macht durchaus Sinn, denn beispielsweise eine Städtereise oder der Trip an die holländische Küste sind sehr schön auch mit Ferienhäusern oder Citywohnungen als Unterkünften möglich.

So, ab zur Buchung. Da hätten wir bei booking.com folgende Funktionen auf der linken Seite des Bildschirms: Frühstück…. blablabla Bewertungsergebnis

Booking.com Bewertung in der Suche

Wer hier beim Bewertungsergebnis 8 und höher einstellt, hat schon einmal ein brauchbares Hotel. Und dann kann man oben nach beispielsweise dem besten Preis für die Wunschleistungen sortieren, wie hier:

Booking.com Suchmaske für Buchung

Natürlich lässt sich das auch nach Entfernung zur Stadtmitte, Beliebtheit bei Paaren und weiteren Kriterien durchsortieren. Gerade mit der Kombination von Suchkriterien gibts bessere Ergebnisse als bei den Vorschlägen der Buchungsportale oder einfach blinden Buchungen. Wenig Arbeit, viel mehr Spaß oder auch viel Geld gespart.

Expedia.de machts etwas anders. Hier habe ich keine Selektion nach Grenzwerten gefunden. Platt ausgedrückt: „Ich hätte gerne ein Hotel, dass bei Euch mindestens mit 4 bewertet wird und dann sortier mal schön nach dem billigsten“ gibts nicht. Ergo ist etwas Umsortieren und Durchscrollen nötig. Dafür sind die Empfehlungen meist soweit ok.

Hptel Buchung bei Expedia.de

HRS machts natürlich noch mal anders. Böse Falle vorweg, es werden nur die Übernachtungspreise pro Nacht im ersten Schritt angezeigt. Zudem hat man irgendwelche Business Tarife, siehe oben. Persönlich würde ich ganz einfach bevorzugen: Klare Sache, was denn der ganze Spaß insgesamt kostet. Ich habe zumindest gerade vehement auf „Frühstück einrechnen“ geklickt. Gemacht hats das System nicht. Und so werden mir auch Angebote ohne Frühstück, das noch mal bis zu 20 Euro pro Person kosten kann, angezeigt.

HRS Buchung und Reservierung von Hotels

Warum machen die Buchungsportale so etwas? Sonst wären sie alle direkt miteinander vergleichbar und man könnte einfach den günstigsten Anbieter oder den Anbieter mit dem besten Service wählen. So lassen sich die verschiedenen Angebote sehr viel besser differenzieren und auch die tatsächliche Kostenstruktur verschleiern.

Wie oben schon einmal erwähnt: Immer gleiche Leistungen vergleichen. Dafür sollte man im Hinterkopf die Persönenanzahl, den Zimmertyp, mit oder ohne Frühstück zum genau gleichen Termin heranziehen. Ansonsten kann man gute und günstige Angebote verpassen.