Inhaltsverzeichnis
Chichen Itza
Uxmal
Coba
Tulum
Merida und Izamal
Sian Ka`an
Ausflüge Yucatan / Riviera Maya
Ausgrabungsorte, Archäologie in Mexiko
Hotels in Mexiko
Essen in Mexiko
Geschichte der Maya
Riviera May, Playa del Carmen
Ballsport der Maya
Der Maya Kalender
Musik in Mexiko
Mietwagen Mexiko
Reisetipps Mexiko

Gerade in spirituell angehauchten Kreisen gibt es diverse Deutungen der Maya-Zeitrechnung mit angeblichen Prophezeiungen und diversen, phantasievollen Einflüssen auf unser heutiges Leben. Man sollte beachten, dass in Yucatan und angrenzenden Gebieten fast ein halbes Jahr Trockenzeit ist, während es im Rest des Jahres ergiebige Niederschläge gibt. Es ist sehr wichtig, die Saat zum richtigen Zeitpunkt auszubringen. Im Maya-Kalender sind teilweise die zig verschiedenen Götter anhand natürlicher Erscheinungen abgebildet worden und wurden entsprechend des Jahreszyklus sowie anhand von Zeitaltern verehrt.

Noch dazu gab es lokale Gottheiten, welche für kleinere Jobs zuständig waren und der Einfachheit halber mit in der Buchhaltung geführt wurden. Die Schätzungen aller Gottheiten schwanken zwischen 1.600 und 3.000. Wenn man den Maya-Kalender also heute als prophetisches oder astrologisches Werk heranziehen wollte, wird man man kaum um dauerndes Nachblättern der geografischen Herkunft der Gottheit, dessen Einfluss im Jahreslauf und Übertragung auf europäische Verhältnisse auskommen. Na, dann mal viel Spaß.

An der Stelle sei auch mit einem anderen Unfug aufgeräumt. Der Maya-Kalender sagte für 2012 nicht das Ende der Welt voraus, wie einige verstrahlte Esoterikfuzzis immer wieder gerne betonten. Der Maya-Kalender ist zyklisch mit sowohl religiösen, als auch kalendarischen Jahren, Perioden und Zeitaltern. Dabei hatte das astronomische Haab-Jahr 18 Monate zu je 20 Tagen und 5 Schalttage – 365 Tage insgesamt. Der eher religiöse Tzolkin-Kalender hat gleichzeitig nur 260 Tage. Nach 52 Jahren liegen also Haab- und Tzolkin-Kalender wieder gleichauf. Dazu kommt die sogenannte Lange Zählung für astronomische Durchläufe. Die Mayas haben einfach den Anfang des Zeitalters auf ca. 3.000 vor Christus gesetzt. Ab Ende 2012 beginnt nur ein neuer Zyklus.

Dazu gibt es diverse Anspielungen in den Kalendern für Einflüsse der Natur, des menschlichen Lebens sowie der Astronomie. Sehr oft sind solche Ereignisse in der Architektur, den Bauwerken und deren Ornamenten zu finden. Die typische Dauer einer Schwangerschaft, Tagundnachtgleiche, höchste und niedrigste Sonnenstände oder Jahreswechsel verstecken sich in der Anzahl der Pyramidenstufen, der Pyramidenausrichtung, der Anzahl von Ornamentpanelen sowie dem bildhauerischen Schmuck.

Die astronomischen Leistungen der Mayas sind übrigens auch sonst absolut beeindruckend. Gestirnsbilder und Zeiten wurden teilweise um mehrere Millionen Jahre im Voraus berechnet. Ein sehr genaues Observatorium steht in Chichen Itza, ein einfacheres in Coba. Man hätte sich wohl kaum die Mühe gemacht, wenn die Welt vorher untergeht. Falls Sie doch an den Untergang der Welt im Dezember 2012 glaubten, sollten Sie keine Probleme gehabt haben, Ihr Vermögen an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Natürlich gilt das auch für zukünftige Weltuntergänge, vor denen Sie mir Ihr Geld geben können. Das wird Ihnen zwar auch keinen Platz im Raumschiff sichern, jedoch in beiden Fällen meinen herzlichen Dank. 😉

Zahlensystem der Maya

Dringend nötig für eine astronomische Berechnung sind gehobene Kenntnisse der Mathematik. Hier waren die Mayas sehr fortschrittlich. Sie hatten aber kein Dezimalsystem, wie wir heute, sondern ein System auf Basis der Zahl 20. Eine kleine Feinheit dürfte jetzt schon aufgefallen sein: die Mayas kannten die Zahl Null, nötig für alle höheren Mathematikfunktionen. Ein Punkt ist eine 1, zwei sind eine 2 bis zu vier Punkten für eine 4. Dann kommen Striche hinzu, die jeweils als 5 zählen. Ab 20 rücken die Zahlen in eine neue Reihe, indem man eben eine Null einsetzt. Entgegen unserem Dezimalsystem mit Zehnerpotenzen (10, 100, 1.000…..) geht es bei den Mayas mit 20, 400, 8.000, 160.000, etc. weiter.

Was die Entzifferung technischer oder wirtschaftlicher Dokumente und Ornamente heute erschwert, ist eine teilweise Integration der Hiroglyphenschrift und der Zahlen. Ein Strich hier oder da verbindet ein Wort mit einer Wertangabe. Noch dazu sind viele Dokumente auf immer verloren gegangen, als im Zuge der Kolonialisierung schriftliche Aufzeichnungen gesammelt und als Teufelswerk verbrannt wurden. Diesen Fehler wollte man später wieder korrigieren, indem genau der für die Verbrennung verantwortliche Bischof vom Vatikan verdonnert wurde, alle irgendwie auffindbaren Dokumente zu sammeln und nach Rom zu schaffen. Es kann ein Zufall sein, aber kurze Zeit später sorgte die Einführung des gregorianischen Kalenders für eine Korrektur der bis dahin äußerst dürftigen europäischen Zeitrechnung. Der Maya Kalender kannte schon lange vorher Schalttage und exakte Jahresdaten……..

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