Wer gerne mobil ist im Urlaub, braucht einen Mietwagen. Also, nichts wie schnell vor Ort ein Gefährt gebucht. Oder doch lieber im Internet den Mietwagen buchen? Vielleicht auch bei einer Niederlassung in der eigenen Stadt und dann anderswo abholen?

Ganz klar: Mietwagen immer von zuhause aus buchen! Damit umgeht man eine Menge möglicher Probleme, auf die ich später noch zu sprechen komme.

Kurz vorweg die Checkliste, wie man nicht auf die Nase fällt oder zumindest die Wahrscheinlichkeit hierfür deutlich minimiert:

  • Tankregelung voll / voll
  • Vollkasko ohne Selbstbeteiligung
  • Haftpflicht mindestens 1,5 Mio, zusätzlich sollte eine ausreichend hohe Privathaftpflicht bestehen!
  • Schäden an Glas, Reifen und Unterboden versichert
  • Versicherungsschutz über eine Firma in der Europäischen Union, indirekt über/beim Mietwagenvermittler
  • Bei der Übernahme immer bereits vorhandene Schäden protokollieren, notfalls einmal mit der Handykamera ums Fahrzeug laufen und filmen
  • Am besten eine Kreditkarte mit Versicherungsschutz für die Mietwagenbuchung nutzen
  • Zusatzfahrer schon bei der Buchung anmelden
  • KEINE Zusatzleistungen bei der Abholung aufschwatzen lassen, standhaft bleiben
  • Kein offensichtlich verkerhrsunsicheres Fahrzeug nutzen!
  • Außer am Lufdruck an nichts rumfummeln!

Mietwagen? Total verstaubtes Auto

So, und dann die Begründung für die einzelnen Empfehlungen:

  • Mit der Tankregelung voll / voll übernimmt man den Wagen vollgetankt und muss ihn auch vollgetankt abgeben. Alles andere ist Blödsinn und lädt zur Abzocke des Kunden ein. Wenn man den Wagen vollgetankt übernimmt aber leer abgeben muss, bekommt man mit Sicherheit einen höheren Preis berechnet als an der Tankstelle. Und man kann den so teuer gekauften Sprit überhaupt nicht sicher aufbrauchen. Ergo zahlt man wahrscheinlich noch für den Rest der Tankfüllung des Vormieters oben drauf. Weiterhin schummeln einige Mietwagenfirmen sogar beim Tankvolumen und berechnen mehr, als überhaupt reinpasst. All das kann man mit voll / voll vergessen. Bezahlt wird, was tatsächlich verbraucht wird und sonst nix.
  • Nur die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung schützt bei selbst verursachten (oder angeblichen) Schäden gut. Und was selbst verursacht ist, liegt bei einigen Mietwagenfirmen im Auge des Betrachters. Da wird auch eine Beule gerne mal bei drei Mietern abgerechnet und ein bereits vorhandener Kratzer obendrauf. Ohne Selbstbeteiligung ist es egal, ob und wer den Schaden tatsächlich verbockt hat. Soll sich die Mietwagenfirma eben mit der Versicherung herumschlagen. Und die kennen ihre Pappenheimer.
  • Für die Haftpflicht sollte die Deckungssumme mindestens 1,5 Mio betragen. Personenschäden gehen schnell in die Hunderttausende. Zusätzlich sollte eine ausreichend hohe Privathaftpflicht bestehen.
  • Die Versicherung gegen Schäden an Glas, Reifen und Unterboden bietet einen mehrfachen Schutz. In einigen Urlaubsländern sind die Mietwagen ziemlich ausgelaugt, die Reifen teilweise auch bei geringer Fahrleistung porös. Geht einer drauf: was solls? Dafür gibts die Versicherung. Einen Steinschlag kann man sich genau so leicht auf einer finnischen Schotterpiste, wie in den Bergen von Kreta oder auf einem amerikanischen Highway einfangen. Beim Unterboden: Geht es mal über einen Feldweg und der Wagen setzt auf….. Diese Extra-Versicherung kostet wirklich nicht die Welt.
  • Versicherungsschutz über eine Firma in der Europäischen Union, indirekt über/beim Mietwagenvermittler. Was hier abgesichert ist, ist in der Regel nicht diskutierbar und notfalls sogar durch einen gemeinsamen Schadenfonds abgesichert. Wenn der Vermittler oder die Versicherung in einer Bananerepublik hocken, sieht das anders aus.
  • Lassen Sie sich bei der Übernahme des Fahrzeugs nicht abwimmeln. Gehen Sie drum herum und suchen Sie nach Blechschäden, Kratzern oder auch offenbaren Mängeln. Das gehört ins Übernahmeprotokoll. Elegant ist es, einfach mit der _eigenen_ Handykamera ums Fahrzeug zu laufen und das Gefährt vom Dach bis zum Boden zu filmen. Scheiben nicht vergessen!
  • Wer eine Kreditkarte mit Versicherungsschutz für die Mietwagenbuchung nutzt, hat oft gleich schon einen Extraschutz eingebaut.
  • Wer den oder die Zusatzfahrer schon bei der Buchung anmeldet, kommt in der Regel deutlich günstiger weg als vor Ort. Und man kann auch in diesem Punkt nicht über den Tisch gezogen werden. Bitte das Alter beachten, junge Fahrer zahlen extra, auch junge Zusatzfahrer (oder sie dürfen gar nicht erst hinters Lenkrad.).
  • Gerne werden Urlaubern Zusatzversicherungen angedreht. Wer sowieso schon eine Haftpflicht für den Betrieb des Mietwagens und eine ausreichende private Haftpflichtversicherung obendrauf hat, kann sich eine Insassenversicherung in der Regel sparen. Das Gleiche gilt für irgendeinen Super-Vollkaskoschutz oder was sich schwurbelige Mietwagenfirmen sonst einfallen lassen. Mehr als 100% Vollversicherung geht nicht, wenn man obendrein noch Glas, Reifen und Unterboden abgedeckt hat. Und ob so eine Fantasieversicherung im Zweifelsfall überhaupt zahlen würde, steht nochmals auf einem anderen Blatt.
  • Wer ein offenwichtlich verkehrsunsicheres Fahrzeug fährt, ist selbst schuld und kann haftbar gemacht werden. Lassen Sie es.
  • Der Mietwagen gehört dem Vermieter. Wenn das Fahrzeug Macken hat, lassen Sie die Finger von Reparaturversuchen. Der Vermieter muss den Wagen in Ordnung bringen.