Inhaltsverzeichnis
Chichen Itza
Uxmal
Coba
Tulum
Merida und Izamal
Sian Ka`an
Ausflüge Yucatan / Riviera Maya
Ausgrabungsorte, Archäologie in Mexiko
Hotels in Mexiko
Essen in Mexiko
Geschichte der Maya
Riviera May, Playa del Carmen
Ballsport der Maya
Der Maya Kalender
Musik in Mexiko
Mietwagen Mexiko
Reisetipps Mexiko

Für die Bauten und auch die gut ausgebauten Straßen zwischen den Städten war sehr viel Baumaterial nötig. Das ist in Yucatan einfach zu finden, denn die ganze Halbinsel besteht aus Kalkstein mit recht wenig Mutterboden darüber. Allerdings ist für den Mörtel eine große Menge gebrannter Kalk nötig, damit man eine betonähnliche Bindungsmasse anmischen kann. Entsprechend heftig müssen die Abholzungen und Brandrodungen gewesen sein.

Mit einer Brandrodung des in Yucatan vorkommenden Urwalds erhält man zwar Anbaufläche, diese ist jedoch nur wenige Jahre fruchtbar. Um große Städte dauerhaft zu ernähren, ist eine dauernde Ausweitung der Anbauflächen nötig. Jetzt kommt noch die Trockenzeit ins Spiel. Rein temperaturseitig sind mehrere Vegetationsperioden pro Jahr möglich. Tatsächlich aber wachsen ohne Bewässerung nur während der Regenzeit genügend Nahrungspflanzen. Die Kombination aus Rodung, Holzverbrauch für Bautätigkeiten und sehr sensibler Wasserversorgung setzt dem Wachstum der Städte Grenzen. Werden sie zu groß, sind sie immer anfälliger für kleine Klimaschwankungen, einzelne Missernten oder auch Auslaugung der Böden.

Wie üblich bei den Theorien um die Maya-Kultur hat man keine handfesten Daten oder genaue historische Aufzeichnungen, welche den ein oder anderen Auslöser für das Ende der Städte genau benennen. Neben der ökologischen Theorie gibt es noch Vermutungen über kriegerische Auseinandersetzungen oder Seuchen. Ab dem 9. Jahrhundert zerfielen die ersten größeren Siedlungsstrukturen und die Bevölkerung verteilte sich über das Land in kleinere Dörfer. Ab ungefähr 950 nach Christus sind keine großen Bauvorhaben oder auch große Kultobjekte mehr geschaffen worden. Uxmal bestand nach Schätzungen ungefähr bis Mitte des 11. Jahrhunderts.

Rätsel geben die Einflüsse anderer südamerikanischer Indianerstämme auf. In die traditionellen Kunstgegenstände der Maya flossen Muster und Techniken aus benachbarten Bereichen ein. Allgemein akzeptiert ist, dass eine Besiedlung auf viel größerer Fläche begann und die Bevölkerung beim Eintreffen der Spanier ca. 20 Millionen Einwohner umfasste.

Als erwiesen gilt, dass sich zwei große Stadtkulturen gegenseitig bekriegten. Damit war zusätzlich ein Problem etwa für einen geordneten Ackerbau gegeben. Wie genau sich die großen Städte auflösten, ist anhand archäologischer Ausgrabungen so ungefähr bekannt. Offenbar gab man gerade angefangene Bauvorhaben einfach auf und zog weg von den Zentren. Ob es zusätzlich noch einen irgendwie vorhandenen religiösen Grund gab, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden und ist Gegenstand laufender Forschungen.

Mit dem Ende der Hochkulturen verstreuten sich die Einwohner Yucatans weg von den großen Städten in die Fläche und schufen kleinere Dörfer und Siedlungen. Durch die Kolonialisation wurden die Ureinwohner nicht nur dezimiert, sondern ihnen wurde auch eine neue Gesellschaftsordnung übergestülpt. Deren Auswirkungen tragen heute noch oft zur wirtschaftlichen Situation der Maya in Mexiko bei.

Es gibt immer noch eine Menge kleine Siedlungen, welche abgelegen von Mittelzentren oder Großstädten im Dschungel liegen. Dank jahrhundertealtem Wissen um Ackerbau, Viehzucht und Jagd können die Siedlungen an sich ohne Hunger überleben. Problematisch wird es bei der Bildung. Zwar hat Mexiko ein durchaus beachtliches Schulsystem, jedoch sorgen größere Entfernungen zu weiterführenden Schulen für ein teilweise niedriges Bildungsniveau. Es gibt nicht, wie im dichtbesiedelten Deutschland, viele Schulbusse, welche Kinder mal eben zur nächsten Realschule oder zum nächsten Gymnasium fahren. Durchaus können 40 km zwischen Wohnort und weiterführender Schule liegen und längst nicht alle Familien haben Autos. Auch ist die Informationsversorgung für kleinere Siedlungen oft nicht sehr gut, weil weder ein Strom- noch ein Internetanschluss vorhanden sind. In einigen Dörfen behilft man sich mit Notstromaggregaten und Funknetzen, andere bekommen sukzessive Zugangsstraßen, Elekrizität und Telefon / Internet. In den Randgebieten der Mittelzentren und Großstädte sind die Bildungschancen ungleich besser und in Merida ist sogar eine Hochschule vorhanden.

Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Tourismus. Wer als Dorfbewohner Arbeit in Hotels findet, liegt monetär gegenüber der Landwirtschaft weit vorne. Es ist nicht unüblich, dass einige Dorfbewohner in den Resorts arbeiten und regelmäßig Geld an die Siedlung überweisen. Dabei sind Mayas recht selten in gehobenen Positionen, etwa auf Managementlevel, vertreten. Dies dürfte zu großen Teilen dem Standard-Bildungsangebot in den Dörfen und der räumlichen Distanz zu weiterführenden Schulen geschuldet sein.

Handwerklich liefern die Maya teilweise heute noch Spitzenleistungen. In der Holzbearbeitung, bei Schmuck oder bei Stoffen sind kunstvolle und hochwertige Arbeiten zu finden. Schon die Spanier haben sich übrigens gewundert, dass man Baumwolle auf einem so hohen Niveau verarbeiten kann, wie sie es selbst nur von der Seide kannten. Die echten Maya-Souvenirs sind zwar etwas teurer als der übliche Industrieschrott aus China, dafür aber sehr oft ungleich besser. Insgesamt ist eine aufsteigende Tendenz erkennbar, wenn auch die Chancen auf hochwertige Arbeitsplätze und gesellschaftlichen Aufstieg gegenüber Stadtbevölkerungen limitiert sind.

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